Antibiotika in der Urologie

In diesem Teil unserer Reihe zu Antibiotika widmen wir uns dem Antibiotika-Einsatz in der Urologie. Während Antibiotika oft notwendig sind, um bakterielle Infektionen wirkungsvoll zu bekämpfen, werden sie in der Urologie sehr häufig verordnet – zu häufig, wie viele Studien befinden. Das kann ein Problem werden: Wenn die eingesetzten Antibiotika nicht vorschriftsgemäß eingenommen werden, besteht die große Gefahr, dass sich dadurch widerstandsfähige, resistente Bakterien bilden können. Zum besseren Verständnis, wann ein Antibiotikum Sinn ergeben kann und wann nicht, haben wir die gängigsten urologischen Erkrankungen aufgelistet, die mit Antibiotika bekämpft werden können.

Prostatitis (Prostataentzündung)

Die Prostataentzündung beim Mann kann man in Häufigkeit und Symptomatik mit der Blasenentzündung der Frau vergleichen. Die bakterielle Prostatitis ist eine eigentlich simple Erkrankung, die jedoch hartnäckig, immer wieder aufflammend und sehr schmerzhaft sein kann. Wenn dies der Fall ist, kann sich das Prostata-Schmerzsyndrom entwickeln oder die Prostataentzündung dauerhaft, sprich chronisch, werden. Zur Behandlung der akuten bakteriellen Prostatitis wird in der Regel ein Antibiotikum verschrieben. Beispielsweise Ofloxacin oder Ciprofloxacin in Tablettenform. Bei schweren Verläufen kann eine intravenöse antibiotische Therapie, angewandt werden. Hier kommen zu Beispiel Ampicillin / Clavulansäure oder Cephalosporine zum Einsatz.

Nebenhodenentzündung (Epididymitis)

Eine Nebenhodenentzündung macht sich in der Regel durch geschwollene Nebenhoden bemerkbar. Die Epididymitis ist schmerzhaft und die Nebenhoden sind neben der Schwellung auch oft verhärtet. Eine frühzeitige Behandlung ist wichtig, um einem chronischen Krankheitsverlauf vorzubeugen. Die Therapie umfasst in der Regel die Gabe von Schmerzmitteln und Bettruhe. Bei einem chronischen Verlauf kann die Behandlung länger dauern und eine Antibiotika-Gabe notwendig machen. Bei dem Verdacht auf eine bakterielle Epididymitis finden beispielsweise Ceftriaxon, Azithromycin oder Doxycyclin Anwendung.

Blasenentzündung (Zystitis)

Ein Gefühl von Brennen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang oder aber Blutbeimischung sind in der Regel die häufigsten Symptome einer Blasenentzündung. In vielen Fällen lässt sich eine Zystitis rasch durch eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme auskurieren. Bei einer nicht abklingenden (bakteriellen) Blasenentzündung kann eine antibiotische Behandlung eingesetzt werden. Hier sind Fosfomycin, Nitrofurantoin, Nitroxolin, Pivmecillinam, Trimethoprim oder Cotrimoxazol die Mittel der Wahl.

Harnröhrenentzündung (Urethritis)

Meist sind es Darmbakterien, die eine Harnröhrenentzündungen auslösen. Dabei entzündet sich die Harnröhrenschleimhaut. Eine Urethritis äußert sich durch Brennen, Schmerzen und Jucken im Genitalbereich, vermehrtes Wasserlassen und / oder Ausfluss aus der Harnröhre. Eine häufige Ursache für eine Urethritis ist auch eine Infektion mit Chlamydien. Eine Urethritis, die durch Bakterien oder Chlamydien verursacht wird, kann mit gezielter Antibiose gut behandelt werden. Eine besondere Form der Urethritis ist der Tripper (Gonorhoe), eine durch Geschlechtsverkehr übertragene Infektion mit Gonokokken-Bakterien. Der Tripper ist eine in letzter Zeit wieder zunehmende Form der Urethritis. Zur Behandlung können gezielte Antibiotika Verwendung finden.

Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)

Die Nierenbeckenentzündung ist die Folge einer sogenannten aufsteigenden Entzündung, die ihren Ursprung in den meisten Fällen in der Harnröhre, der Blase oder dem Harnleiter hat. Eine weitere oftmals auftretenden Ursache ist eine Steinbildung mit Abflussstörung in der Niere. Eine Pyelonephritis kann viele Symptome hervorrufen, beispielsweise Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen, aber auch Übelkeit und Erbrechen. Geeignete Antibiotika zur Behandlung sind Fluorchinolone, Aminopenicilline (mit Betalaktamasehemmer) oder Cephalosporine.

Syphilis (Lues)

Syphilis ist eine durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragene Infektionskrankheit, die durch ein Bakterium ausgelöst wird. Erste Symptome können eine Schwellung an den Lymphknoten sowie Geschwüre an den Geschlechtsorganen sein. Wird Lues nicht behandelt, können die Bakterien schwere Schäden an Organen hervorrufen und letztendlich sogar zum Tod führen. Zur Behandlung der Infektion werden Benzathine Penicillin, Ceftriaxon, Doxycyclin oder Azithromycin eingesetzt.

Sie haben Fragen zu Antibiotika?

Es ist wichtig, dass Sie vor der Einnahme von Antibiotika das Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt suchen. Gerade im Hinblick auf das Risiko von Antibiotika-Resistenzen sollte die Verschreibung und Einnahme eines Antibiotikums thematisiert werden.

Unsere Beitragsreihe zu Antibiotika

Hier finden Sie alle Beiträge unserer kleinen Reihe über Antibiotika:

1. Antibiotika: Gut zu wissen
2. Antibiotika in der Urologie
3. Antibiotika-Resistenzen

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