Antibiotika-Resistenzen

Wenn Sie Antibiotika einnehmen müssen, gibt es Dinge, die Sie beherzigen sollten. Das wichtigste vorweg: Ein Antibiotikum sollte unbedingt genau nach Vorschrift eingenommen werden. Denn wenn Sie Antibiotika nicht nach Vorschrift einnehmen, können sich Resistenzen bilden. Warum diese Antibiotika-Resistenzen gefährlich sein können, erklären wir im letzten Teil unserer Reihe über Antibiotika.

Was versteht man unter Antibiotika-Resistenzen?

Unter der Antibiotika-Resistenz versteht man die Widerstandsfähigkeit von Antibiotika gegenüber den Bakterien, die sie eigentlich bekämpfen sollten. Wenn sich Bakterienindividuen ungehemmt vermehren können, entstehen resistente Bakterienstämme, deren Behandlung mit einem bestimmten oder gar mehreren Antibiotika unwirksam ist. In schweren Fällen kommen – wenn möglich – sogenannte Reserveantibiotika zum Einsatz, die für eine normale Therapie nicht eingesetzt werden sollen. Die große Gefahr: Für einige bakteriellen Krankheiten könnte es bald keine wirksamen Antibiotika mehr geben

Wie entsteht eine Antibiotika-Resistenz?

Eine Antibiotika-Resistenz kann durch verschiedene Faktoren hervorgerufen oder begünstigt werden. Es klingt paradox, aber der Hauptgrund für das Auftreten von Resistenzen gegenüber Antibiotika sind Antibiotika selbst. Denn eine fehlerhafte Anwendung oder ein Abbruch der vorgeschriebenen Einnahme begünstigen die Entstehung einer Antibiotika-Resistenz. Das bedeutet, dass Menschen Antibiotika – entgegen der Vorschrift – zu häufig, zu kurz oder zu niedrig dosiert einnehmen.

Ein weiterer Grund für die Entstehung von Resistenzen kann auch die Einnahmen eines Antibiotikums sein, das gar nicht für die Therapie der Krankheit geeignet ist. Beispielsweise bei einer Infektion mit Viren, bei der Antibiotika grundsätzlich unwirksam sind. Ein anderer Grund für die Entstehung von Antibiotika-Resistenz ist die Verwendung von Antibiotika in der Massentierhaltung. Denn der Verzehr von Fleisch aus Massentierhaltung, in der Antibiotika eingesetzt wird, kann die Bildung einer Resistenz begünstigen. Letztlich sind alle Faktoren auf die häufige Verordnung von Antibiotika zurückzuführen. Die Probleme, die durch eine Antibiotika-Resistenz entstehen können, sind vielfältig und potenziell lebensbedrohlich.

Warum sind Antibiotika-Resistenzen gefährlich?

Besonders für Kleinkinder, ältere oder kranke Menschen kann eine Resistenz gegenüber Antibiotika gravierende, gesundheitliche Folgen haben. Denn Personen, die unter einer Antibiotika-Resistenz leiden, sind oft länger krank, da sich die Dauer einer Infektion verlängert, weil herkömmliche Antibiotika nicht wirken. Spezielle Antibiotika, die dann zum Einsatz kommen, können Nebenwirkungen auslösen. Aus diesem Grund sind eigentlich gut behandelbare Krankheiten schwieriger zu therapieren und können sogar lebensbedrohlich werden, wenn eine Resistenz vorliegt.

Besonders kritisch wird es dann, wenn Bakterien nicht nur gegen einen Wirkstoff, sondern gegen mehrere Antibiotika unempfindlich werden. Es entsteht eine sogenannte Multiresistenz gegenüber bestimmten Keimen. Der wohl bekannteste: „Methicillin-resistente Staphylococcus aureus“, oder kurz MRSA. Bereits 2005 infizierten sich rund drei Millionen Europäer mit Bakterien, die gegen bekannte Antibiotika resistent waren – 50.000 von ihnen starben daran.

Was Sie selbst tun können, um Resistenzen zu verhindern

Wenn Sie ein Antibiotikum verschrieben bekommen, nehmen Sie es wie verordnet ein. Es ist wichtig, die Mittel in regelmäßigen Abständen, in ausreichender Dosis und lange genug einzunehmen. Nehmen Sie außerdem kein Antibiotikum, das anderen Personen verschrieben wurde. Geben Sie auch niemandem Ihr Antibiotikum.

Es ist wichtig, dass Sie vor der Einnahme von Antibiotika das Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt suchen. Gerade im Hinblick auf das Risiko von Antibiotika-Resistenzen sollte die Verschreibung und Einnahme eines Antibiotikums thematisiert werden.

Unsere Beitragsreihe zu Antibiotika

Hier finden Sie alle Beiträge unserer kleinen Reihe über Antibiotika:

1. Antibiotika: Gut zu wissen
2. Antibiotika in der Urologie
3. Antibiotika-Resistenzen

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